Die Bären unterwegs

Sonntag, 26. April 2015

Der heilige Berg

Dank Shuhei fühlen wir uns hier wie alte Hasen und das Bahnsystem ist uns schon ein wenig vertraut. Wir haben heute früh den Hotelshuttle nach Takadanobaba genommen und sind dann noch zwei Stationen mit der Grünen Linie nach Shinjuku gefahren. Dort erst einmal nach Frühstück gesucht und bei einer französischen Bäckerei fündig geworden. 

Ziel war das Keio Plaza Hotel, von dem aus ein Ausflug zum Mt. Fuji und Hakone NP starten sollte. Wir haben alles gefunden und sind in einem modernen Reisebus aus der Stadt heraus gefahren worden. Unsere Reiseleiterin hat uns viel über das Leben und die Bräuche der Japaner erzählt. 

In Japan geht man nicht mit Straßenschuhen in sein Haus, man zieht die Schuhe aus. Für den Toilettengang zieht man Slipper an. Das Baden findet außerhalb der Badewanne statt. Ein Japaner setzt sich nicht in die Badewanne. 

Wenn eine Frau mit 25 noch nicht verheiratet war, wurde sie Christmas Cake genannt. Erklärung hierzu: nach Weihnachten schmeckt ein Christmas Cake noch, ist aber nicht mehr so interessant. Unsere Reiseleiterin hat vor 30 Jahren mit 25 Jahren geheiratet. Sie wollte kein Christmas Cake werden, also haben ihre Eltern versucht sie zu verkuppeln. Es fand ein hochoffizielles Treffen mit einem Kandidaten statt, bei dem die Eltern der beiden auch anwesend waren. Nur leider mochte sie ihn nicht und hat sich nicht wieder mit ihm getroffen. Ein halbes Jahr später hat ihre Freundin ein Treffen arrangiert mit einem anderen Single und der wurde dann ihr Mann. 

Heute ist es nicht mehr so mit dem Christmas Cake, da heute die Frauen und Männer studieren und dann arbeiten und meist 10 Stunden im Büro verbringen, so dass keine Zeit für die Liebe bleibt. Andere Länder, andere Sitten...

Die Busfahrt war mit fast 2 Stunden relativ lang. Irgendwann kamen wir dann doch beim Besucherzentrum des Fuji an. Gesehen hat man den Berg aber leider dort nicht, da er trotz gutem Wetter in einer Wolke verschwunden war. 

So hätten wir ihn gerne gesehen. 

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt... Nächstes Ziel dieser vollkommen durchorganisierten Tour war dann die 5. Station des Berges. Es gibt davon ingesamt 9. Bis Nummer 5 kommen Autos. Man befindet sich dort in knapp 2800 Metern Höhe. Und obwohl die Station erst seit einer Woche geöffnet hatte, war dort durch das gute Wetter in Tokio sehr viel los. Menschen über Menschen und Busse über Busse. 



Aber egal. Ohne die Tour hätte wir es nur sehr schwer dort hin geschafft. Wir und auch alle anderen machten Fotos, sobald sich die Spitze des heiligen Berges mal sehen ließ zwischen den Wolken.


Danach zog die Truppe weiter zu einem Souvenirshop mit angeschlossenem Restaurant. Hier gab es dann den Lunch "Japanese Style". Hier wurden anscheinend 10 Busse pro Tag durchgeschleust. Es hat aber trotzdem den meisten geschmeckt. 



Nach 50 Minuten ging es dann weiter durch den Hakone Nationalpark. Sehr hübsch. Bergige Landschaft mit Seen und vielen heißen Quellen. 


Zwischen April und Oktober ist dies ein Naherholungsgebiet für die Bewohner Tokios. Für uns gab es eine 15 Minuten-Fahrt über den Lake Ashi und Auffahrt mit einer Gondel, die sicher auch schon bessere Tage gesehen hatte, auf einen 1500 Meter hohen Berg, von dem man bei guter Sicht den Fuji und den Pazifik sehen konnte. Der Fuji war wieder mal weg und das Meer konnten wir erahnen. Leider zog bei unserem Besuch eine Nebelwolke über den Berg.




Da anscheinen halb Tokio auf dem Fuji und im Nationalpark waren, war die Rückfahrt durch viele Staus  etwas länger. Um 19.00 kamen wir dann aber doch an der Shinjuku Station an. Hier machten wir uns dann auf die Suche nach einem Abendessen.


In einem Department Store vom 12. -14. Stock gab es viele verschiedene Restaurants. Je höher der Stock, desto höher der Preis. Wir blieben im 12. Stock bei einem Chinarestaurant. 



Das Essen kann man sich hier vor den Restaurants ansehen. Entweder auf Bildern oder auf ausgestellten Tellern. Für uns, die wir kein japanisch können also nicht so schwierig. 

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